Hat Gott wirklich einen perfekten Plan für mein Leben?

Referentin: Dr. Hella Hagspiel-Keller, Religionswissenschaftlerin

30 Jahre lang habe ich mir vorgestellt, dass Gott vor allem dazu da ist, meine Angst zu lindern, mich vor Bösem zu schützen, meine Bitten zu erhören und meine Wünsche zu erfüllen.
Das war MEIN Plan mit Gott für mein Leben: Haben Sie den auch?
Und sind Sie auch schon so gründlich frustriert worden wie ich?

Als Kind wollte ich keine Schläge bekommen, endlich eine gute Freundin haben.
Ich hätte so gerne gewollt, dass meine Eltern in Frieden miteinander leben könnten und mich jemand lieb hat.
Später drehten sich die Wünsche und Bitten um eine gute Schule, gute Freunde!
Das nächste war: Oh Herr, was soll ich werden? Damals waren die Möglichkeiten begrenzt und eine gute Lehrstelle war schon das höchste!
Aber nie hörte ich Gottes Stimme oder Anweisung direkt. Meine Entscheidungen blieben unsicher, das Leben blieb ein auf und ab, manches wurde gut, anders nicht.

Auf meinen langen risikoreichen Reisen durch die halbe Welt lernte ich Gott als einen kennen, der immer da ist, einfach immer bei mir ist, durch dick und dünn mit mir geht, weil er nämlich in meinem Herzen wohnt.

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Prognose für die Zukunft der weltweiten Christenheit

Autorin: Dr. Hella Hagspiel-Keller, Religionswissenschaftlerin

Die Ausbreitung der evangelischen Freikirchen

Die Theorie einer zunehmenden Säkularisierung ist gescheitert, dessen ist sich auch der Religionssoziologe Peter L. Berger¹ sicher. Er wird hier ausgiebig zitiert, weil er sich von der innereuropäischen Debatte distanziert und zu einer erweiterten Sicht, die die ganze Welt ins Auge fasst, überleitet.

„Säkular eingestellte Menschen fühlen sich angesichts der leidenschaftlich gelebten Formen religiösen Glaubens unbehaglich. Sie neigen dazu, diese zu ignorieren oder zu pathologisieren.“ Er, Berger, möchte nun aber gezielt die Aufmerksamkeit auf die Ausbreitung des Evangelikalismus lenken, insbesondere der Pfingstbewegung als Teil des Evangelikalismus, der gegenwärtig schnellst wachsenden religiösen Bewegung der Welt. In vielen Ländern der südlichen Halbkugel gingen davon erhebliche soziale Umwälzungen aus.

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Reformatorische Errungenschaften von höchstem Wert

Autorin: Dr. Hella Hagspiel-Keller, Religionswissenschaftlerin

Wenn wir von deutscher Reformation hören, denken die meisten hauptsächlich an Martin Luther, andere auch an Huldrych Zwingli und Johannes Calvin.
Aber diese waren nur die Speerspitzen der Reformationsbewegungen im deutschsprachigen Raum des 16. Jahrhunderts. Zeitgleich entstand ein “linker Flügel“ der Reformation, der auch in Fachkreisen als die „radikale Reformation“ bezeichnet wird. Dieser Bewegung, die bald große Teile Europas ergriff, bald vertrieben und/oder ausgerottet wurde, bis heute aber großteils totgeschwiegen wurde und wird, möchte ich hier die Ehre geben.

Wesentliche positive Beiträge der evangelischen Freikirchen als geistige Nachkommen der Radikalen Reformation zur geistesgeschichtlichen Entfaltung des Abendlandes1

Demokratie und das Menschenrecht der Glaubensfreiheit

Es waren vorreformatorische Persönlichkeiten und später Mitglieder täuferischer Freikirchen, die als erste die Umsetzung dieser hohen Werte in der abendländischen Gesellschaft einforderten und durchsetzten.
Jan Hus, Theologe und Dekan der Universität in Prag, gilt als erster bekannter Vorkämpfer der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Er wurde 1415 auf dem Konzil in Konstanz verbrannt.

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Die Täufer – eine Bewegung nimmt ihren Lauf

Dr. Hella Hagspiel-Keller MA

Kurzer zusammengefasster Überblick

Theologisch gesehen ist das Täufertum als eine biblisch in höchstem Maße gerechtfertigte Verwirklichung des christlichen Glaubens zu verstehen. Die Täuferbewegung kann als wichtigste kompromißlose Reformbewegung innerhalb des Christentums verstanden werden.1
Nachdem also 1525 in Zürich die erste Täufergemeinde gegründet worden war, wird durch vielerlei Laien, Handwerker, Händler und auch studierte Theologen für eine rasche und weite Verbreitung des radikal-reformatorischen Gedankenguts gesorgt. Dies geschieht vielfach mündlich durch Haus-zu-Haus-weitersagen oder durch einzelne begeisterte Wanderprediger, die brennend für das Evangelium unterwegs sind und zusätzlich durch die Herausgabe zahlreicher Schriften. Schnell nimmt die Bewegung immer mehr Form an und verbreitet sich von Zürich aus auf unterschiedlichsten Wegen, zunächst im schweizerischen, süddeutschen bis österreichischen Raum. Die Täufer wurden von vielen zeitgenössischen Chronisten – neben der lutherischen und zwinglischen – als dritte „kraftvolle“ reformatorische Bewegung wahrgenommen.
„Zu unseren Zeiten sind drei fürnehmlich Glauben auferstanden, die großen Anhang haben, als Lutherisch, Zwinglisch und Täuferisch“.2

1526 sind die Täufer in Tirol und Straßburg nachweisbar, 1527 in Ober- und Nieder-österreich, in Augsburg und Rottenburg am Neckar, 1528 in Mähren und Schlesien, 1530 in vielen deutschen Städten und in den Niederlanden. Glaubensflüchtlinge finden Waldenser in Böhmen und Mähren und im gesamten Donauraum vor, bringen die Täuferlehren bis nach Polen und Preußen, ja bis nach England und solidarisieren sich dort mit den, im Untergrund lebenden, späten Erben der Lehren von John Wycliff.

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Die tiefen Wurzeln der christlichen Freikirchen oder die „Wiederkehr des Verdrängten“?

Autorin: Dr. Hella Hagspiel-Keller, www. hella-hagspiel-keller.com
Vortrag an der Fakultät Religionswissenschaft KF- Universität Graz

Den evangelischen und evangelikalen Freikirchen ist es nach jahrelangem Ringen gelungen, nun auch in Österreich in einem Zusammenschluss als „christliche Freikirchen“ staatlich anerkannt zu werden. Obwohl solche Freikirchen in Österreich aus verständlichen Gründen nur eine kleine Minderheit darstellen, machen sie weltweit inzwischen mehr als ein Drittel (39,8%)¹ der Christenheit aus und vermehren sich rasant weiter. Was weithin relativ unbekannt sein dürfte ist die Tatsache, dass sich viele dieser christlichen Freikirchen auf sehr alte europäische Wurzeln berufen.
Erweckungs- und Reformbewegungen hat es gegeben seit die urchristliche Gemeinde zum Staatschristentum avancierte, seit dem Beginn des Konstantinischen Zeitalters im 4. und 5. Jahrhundert und der Machtergreifung Roms über den christlichen Glauben.
Historisch gesehen haben reformerische Gruppen wie die Waldenser, die Brüdergemeinden, die Mennoniten und Baptisten, die Pietisten und Methodisten die Verfolgung überlebt und ihr Gedankengut lebt in den heutigen evangelischen und evangelikalen Freikirchen weiter. Lange wurde dies entstellt und/oder verdrängt und totgeschwiegen. Im Folgenden möchte ich deshalb einen kurzen Überblick zum Thema Freikirchen geben und die langen und tiefen Wurzeln und Entwicklungsgeschichte oben genannter reformerischer Gruppen aufzeigen.

Was sind Freikirchen?

Der Begriff Freikirche² bezeichnete ursprünglich eine christliche Kirche, die vom Staat unabhängig ist – im Gegensatz zu einer Staatskirche. Der Begriff Freikirche ist für uns, auch heute noch, nur auf dem Hintergrund der Existenz von Groß- oder Volkskirchen zu erfassen.

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Jüdisches Leben in der arabisch – islamischen Welt als transkulturelle Erfahrung

Aus dem Inhalt:

1. Wechselseitige Bezogenheit führt zu kreativer Blüte
2. Prophetische Anfänge
3. Vom 1. zum 2. Babylonisches Exil
4. Babylon als Zentrum des Judentums
5. Muhammad und der Islam
6. Judentum und Islam
7. Das Vordringen der Araber als Befreiung
8. Arabisierung der Juden
9. Muslimische Einflüsse auf das Judentum
10. Blütezeit der Jüdisch – Arabischen Kultursymbiose

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Jüdisches Leben in der arabisch – islamischen Welt als transkulturelle Erfahrung

© Dr. Hella Hagspiel-Keller

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Wahrheit in der Postmoderne

Der Wahrheitsbegriff in der Emerging Church Conversation

Der Wahrheitsbegriff der EC bildet eine maßgebliche Voraussetzung für ihren Umgang mit Menschen anderen Glaubens und anderer Religionszugehörigkeit. Der Umgang mit dem Wahrheitsbegriff wird auch als eine wichtige Frage für die Zukunft der EC gesehen. Deshalb möchte ich mich diesem Thema vertieft zuwenden.

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Wahrheit in der Postmoderne

© Dr. Hella Hagspiel-Keller

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